Wir schreiben das Jahr 2013 und zum ersten Mal geht´s nach La Palma.

Unsere erste Unterkunft liegt bei Brena Baja, ein kleiner Ort so 350 m oberhalb der Küste und nur ein paar Kilometer von Santa Cruz entfernt.

Ein nicht ganz so große "Anlage" mit kleinen Apartments, einen Mini-Pool und mit Frühstück.

Meist frühstücken wir allein, weil kaum ein anderer Gast hier eingecheckt hat.

Vom Flughafen wurden wir mit einem kleinen 9-Sitzer Bus abgeholt. (Wir waren die Einzigen)

So weit ich mich noch erinnere war es eine rasante Fahrt, in einem nicht mehr ganz so neuen Fahrzeug.

Das Abenteuer "La Palma" konnte beginnen! 

Den ersten kleinen Spaziergang unternahmen wir direkt nach dem Auspacken der Koffer.

Nach ein paar hundert MeterN fängt es leicht und kurz an zu regnen.

Das kann ja heiter werden.*g*

Es war allerdings der einzige Regen in den ganzen 2 Wochen.

Wir liefen über recht steile Pfade ein wenig den Berg rauf und dann Richtung Ortsmitte.

Ortsmitte bedeutet in diesem Fall eine breite Straße mit ein paar Restaurants, zwei kleine Supermärkte, einen Bäcker.

Das war es glaube ich.

Da wir ein paar Tage später ein Auto gemietet hatten, war das völlig ausreichend.

Das mit dem Auto war auch sehr lustig.

Da der Flughafen quasi direkt unter uns lag, hatten wir beschlossen den fahrbaren Untersatz zu Fuß zu holen.

Ich suchte mir einen fast direkten, aber auch schönen Weg aus und wir planten so 2 Stunden ein. Die vielen Sackgassen und Umwege machten uns einen Strich durch die Rechnung.

Nach knapp 3,5 Stunden waren wir dann am Flughafen.

Die Leute von der Autovermietung hatten uns schon vermisst, aber nicht wegen unserer kleinen Wanderung, sondern weil sie (warum auch immer) gedacht haben das Flugzeug-Ankunft-Tag und Auto-Abhol-Tag der selbe sei.

Naja, zum Glück gab es auch jetzt noch ein Mietwagen für uns, den wir dann knapp zwei Wochen über die Insel jagten.

Die ersten Tage sind wir erst mal über die Insel gefahren.

Einmal ganz rum und auch mitten durch.

Wir waren in Santa Cruz bummeln, am "Mirador El Time" mit seiner sagenhaften Aussicht, in Puerto Naos um zu schauen wo die Touris so rumliegen, am Vulkan Teneguia in Fuencaliente und an der Salzgewinnungsanlage direkt an seinem Fuß.

Wir sind über die "Cumbre Vieja" gefahren und haben uns die Wolkenwasserfälle angeschaut.

Im Meerwasserpool bei Los Sauces waren wir baden, genauso wie am Zamora Strand zwischen Puerto Naos und Fuencaliente.

Beides ist echt schön.

Meist riesige Wellen füllen die teils künstlich, teils von Wind und Wellen geschaffenen Pools im Nordosten der Insel.

Man liegt auf dem blanken Fels und genießt die Sonne.

Der Strand von Zamora ist über einige Stufen zu erreichen, man liegt auf warmen, schwarzen Lava Sand und planscht im glasklaren Wasser.

Oberhalb des Strandes gibt es eine kleine Imbissbude, die mit frischem Fisch und kühlen Bier für das Leibliche Wohl sorgt. 

Aber wir sind nicht nur mit dem Auto gefahren, sondern haben auch die ersten Wanderungen unternommen.

Eine davon führte uns auf den "Deseada II", einen Vulkangipfel der 1932 m hoch ist und mitten in der Cumbre Vieja liegt.

Die Vulkanroute!!

700 m rauf, 1400 m runter, 18k m lang

Wir bestellten ein Taxi zum Hotel, denn die Tour fängt am Refugio del Pilar an.

Einem herrlich gelegenen Rastplatz ohne Busverbindung und da die Tour ganz woanders endet ist das die Sinnvollste Möglichkeit an den Start zu gelangen.

Der Taxifahrer war sehr gesprächig, natürlich in spanisch.

Wir entschuldigten uns zu beginn, das wir leider kein oder mehr als wenig Spanisch sprechen was den guten Mann nicht davon abhielt uns die ganze Fahrt zu unterhalten.

So ging es ca. 30 min immer schön über Serpentinen den Berg rauf, am Anfang durch kleine Ortschaften doch meist nur durch unbewohnte Gegend.

Er erklärte alles, über die Stromversorgung der Insel, wo und wie die Kühne und Pferde der Bewohner leben, über die Landschaft, über alles.

Da er beim fahren aber auch die Hände zum erklären gebrauchte, einige Worte deutsch und englisch spontan dazwischen schmiss und z.b. die Tiere der Insel mit Gesten und Geräuschen untermalte verstanden wir viel mehr als Erwartet.

Die Taxifahrt war echt ganz großes Kino und wir bedankten uns mit mehr Trinkgeld als gewöhnlich!

Dann ging es los!

Zuerst einmal ging es über den sehr schönen Rastplatz, mit Grillplätzen, Unterständen, vielen Bänken und Tischen und sogar eine große WC-Anlage gibt es dort.

Durch Kiefernwald beginnt der Aufstieg.

Zu nächst im Schatten der Bäume, dann mit freiem Blick zum Himmel.

Der Weg ist super gepflegt und nicht zu verfehlen.

Irgend wann mündet er in eine breite Forststraße, die man aber schnell wieder verlässt um über teils schmale Pfade immer weiter rauf zu kommen.

Ginsterbüsche, ockerfarbener Lavaguss, hellgrün leuchtende Kiefern unter wolkenlosen, blauen Himmel.

Dann wieder pechschwarze Lavafelder, die umrundet werden müssen.

Es geht durch tief eingeschnittene Krater oder an dessen Rändern vorbei.

Es gibt auch andere Wanderer, aber meist sind wir alleine Unterwegs.

Die Landschaften ist immer gleich und doch stätig anders.

Man bekommt herrliche Panoramen zu sehen, sieht Teneriffa, La Gomera und El Hierro.

Ab dem Gipfel des Deseada geht es nur noch bergab.

Man läuft teils durch feinsten Lavasand oder durch bizarre Baumlandschaft.

Irgendwann kommt leichter Nebel auf, der die Umgebung noch etwas unwirklicher erscheinen lässt.

In den Kiefernadeln sammelt sich das Wasser und durch den leicht feuchten Nebel hat man das Gefühl das es Regnen würde.

Aber eine kleine Abkühlung nach dem anstrengenden Aufstieg, ist nicht wirklich schlimm.

Nach fast 18 km erreichen wir Los Canarios, Fuencaliente wo wir mit dem Bus zurück zum Hotel fahren.

Die Tour ist nicht kurz, die Tour ist im Aufstieg teilweise Anstrengend und das Runter durch den Lava Sand ist auch nicht immer ohne aber die Tour ist der Oberhammer!!

Eine Tour führte uns zum Vulkan Teneguia.

Der liegt quasi unterhalb der Vulkanroute, direkt bei Fuencaliente.

Dort gibt es auch ein recht schönes Vulkan Museum, drum kostet der Besuch auch 5€.

Also erst mal ins Museum und sich etwas über Entstehung der Insel und der Vulkane angesehen.

Dann geht es gemütlich rauf auf den Kraterrand  des Volcan San Antonio und mit etwas Glück kann man die einen oder anderen Rauchschwaden erblicken, die es hier immer noch gibt.

Danach geht es auf den gleichen Weg wieder zurück und dann links um den Vulkan herum.

Über breite Lava Wege geht es weiter zum Teneguia.

Der Wind bläst hier ganz schön, aber das ist noch nichts im gleich zu dem was noch kommt.

Wir verlassen den breiten Weg und gehen rauf zum Gipfel.

Erst über viel loses Gestein, dann etwas klettern und weiter über schmale Pfade.

Dann sind wir fast oben,aber noch nicht am Ziel.

Es geht über einen scharfen Grad zum 438 m hohen Gipfel des Teneguia.

Hier pfeift der Wind so richtig!

Die Aussicht ist wunderbar, der "Sturm" der an der Kleidung zerrt nicht.

Schnell verlassen wir den Ort und klettern wieder runten.

Nun geht es, über sehr schöne Wege direkt durch die atemberaubende Lava Landschaft.

Es geht immer weiter runter, an Petroglyphen vorbei, flache, grüne Büsche sind zu erblicken und hier und da "Bombas".

Große und kleine Lavabrocken die der Vulkan beim Ausbruch durch die Luft schleudert.

Der Weg Endet direkt am Meer.

Hier gibt es einen Leuchtturm, einen kleinen Strand und vor allen die blendendweißen Salinen.

Da wir hier aber schon mit dem Auto waren, bleiben wir und kurz und gehen zur Bushaltestelle.

Der Bus zurück nach Fuencaliente fährt alle zwei Stunden und seid 10 Minuten weg.

An einem Auto wollen gerade zwei Wanderer losfahren und da man laut Reise- oder Wanderführer auf der Insel ganz gut trampen kann, versuchen wir unser Glück.

Die freundlichen Holländer wissen das wohl auch und nehmen uns wieder zurück in den Ort.

Somit haben wir die ersten zwei Etappen des GR 131 schon geschafft.

Vom Refugio el Pilar bis runter zum Meer.

Ich glaube da hatten wir zum ersten Mal die Idee, den ganzen GR131 zu meistern.

Das sollte aber noch ein paar Jahre dauern.

Nun mal zu etwas ganz anderem.

Essen!

Da wir ja nur mit Frühstück gebucht haben, gab es eine Mischung aus selber kochen und Essen gehen.

Die uns kennen werden es ahnen und für alle anderen...

… natürlich hatten wir eine Grill im Koffer!*g*

Er war klein und kompakt und da es ja das erste Mal für uns auf La Palma war und wir nicht wussten ob und für wieviel Geld man dort einen Grill kaufen kann, musste man natürlich auf Nummer sicher gehen.

Die Sorge war unbegründet, in jedem größeren Supermarkt gab es alles was man braucht.

Die Einwohner La Palmas werden es wohl nicht so oft kaufen, weil fast vor jedem Ort gab es wunderbare Grillplätze.

Oft lagen da sogar recht große Mengen Holz rum, um seinem Grillgut ordentlich einzuheizen.

Wir hatten aber unseren eigenen mit und da es im Hotel recht leer war und wir eine Apartment mit Balkon im 1.OG hatten, wurde einfach auf dem Balkon gegrillt!

Ich könnte noch schreiben, das es im Zimmer einen Kamin gab und auch das ein Grund für die Buchung war, aber wer glaubt denn sowas!*GGG*

Also wurde halt gegrillt, wir machten mal ne Suppe oder aßen Käse, Wurst und Salat.

Das Angebot ist riesig, die Preise ähnlich wie zu Hause und lecker war eigentlich alles.

Restaurants wurden natürlich auch Besucht.

Ob die kleine Fischbude am Zamora Strand, ein sehr gut besuchter Laden mitten in der Fußgängerzone von Santa Cruz oder das Restaurant mit eigener Brauerei im Nord-Westen der Insel.

Gegrillte Muscheln, frittierte Meeresfrüchte, fette Steaks, gefüllte Paprika, Käse mit Mojo oder einen einfachen, aber gehaltvollen Eintopf.

Egal wo wir waren, egal was wir aßen, es war immer lecker.

Dazu gab es meist Wein von der Insel, oder spanisches Bier.

Ja, es gibt viel mehr als San Miguel aus der Dose.

Sogar die ersten Craft-Biere konnte man bekommen, obwohl das kann auch erst bei einem späteren Aufenthalt gewesen sein.

Das selbstgebraute Inselbier der Cerveceria Isla Verde ist z.b. super lecker und in mehrere Sorten zu bekommen.

Entweder in einigen Supermärkten oder am besten auf der Terrasse des Restaurant bei Tijarafe, direkt an der LP-1.

Das hatten wir 2013 zufällig gefunden und halten da jetzt jedes Jahr.

Kleine leckere Speisen, frisches Bier und einen schönen Rundumblick.

Aber hier geht es ja nicht um Essen, sondern ums wandern.

Auf zur nächsten Tour.

Hier von gibt es überraschend wenig Fotos und ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht warum.

Marcos y Cordero und durch den Barranco del Agua

Eine abenteuerliche Wanderung durch zahlreiche Tunnel bis rauf zur Quelle und dann über kleine, große und riesige Steine mitten durch die Schlucht wieder zurück.

Zurück bedeutet nach Los Tilos wo wir unser Auto geparkt hatten.

Die durch Querung der Schlucht war damals noch keine schwarze Tour.

Heutzutage kann die wohl auch mal gesperrt sein, sollte man vorher in Erfahrung bringen.

Aber zurück zu unserer Tour.

Mit dem Taxi-Allrad-Bus fuhren wir also von Los Tilos rauf zur Casa del Monte.

Angeblich kann man das auch mit dem eigenen Mietwagen machen, zumindest so weit das die "Straße" zulässt.

Wobei "Straße" ein echt sehr netter Ausdruck für die kurvige, mit Steinen und tiefen Löchern übersäte Waldpiste ist.

Das Taxi hatte damals 15€ pro Person gekostet und ist gut angelegtes Geld.

Nach der abenteuerlichen Anreise steht man auf jeden Fall mitten im Nichts und kann sich erst mal die schöne Casa de Monte anschauen.

Dann geht es links dran vorbei und nach einem kurzen Stück in den ersten von 13 Tunneln.

Ach so, unbedingt Taschenlampe und Regenjacke mit nehmen.

Einige Tunnel sind lang, eng und völlig finster.

Durch andere rauscht das Wasser von links nach rechts und das auch schon mal auf Körperhöhe!

Der Weg immer dicht am Wasserkanal vorbei ist super und die Ausblicke großartig.

Das muss man erlebt haben!

Nach dem letzten Tunnel geht es kurz steil und schmal nach oben und man steht unter den Wasserfällen der Cordero-Quelle.

Mit Blick in ein wunderschönes, mit Lorbeerwälder gespicktes Tal.

Wir sind dann rechts in die Schlucht gegangen, die man bis kurz vor Los Tilos auch nicht mehr verlässt.

Einen richtigen Weg gibt es nicht, man nimmt einfach den einfachsten der runter führt.

Dann erreichten wir heile wieder unser Auto.

Landschaftlich eine Superrunde, werden wohl so 16 km gewesen sein.

Rauf geht es kaum und runter durch die Schlucht war auch ein Problem.

Einer der Highlight Touren der Insel! 

 

Nach dem Besuch eines Bauernmarktes in Mazo, gingen wir auf den Montana de la Brena.

Das ist so zu sagen der Hausberg von Brena Baja und liegt zwischen Mazo und unserer Unterkunft.

Er ist 566m hoch und man kommt recht nah mit dem Auto ran.

Die Aussicht ist toll und für einen kleinen Spaziergang super geeignet.

Zur Piratenbuch bei Tijarafe ging es auch.

Man kann den ganzen Weg runter und wieder rauf laufen, wir wählten die bequemere Variante und fuhren so weit es geht ran.

Der Ausflug loht auf jeden Fall.

Über viele Steinstufen oder den blanken Fels kommt man bis runter ans Meer.

Dort liegt die gewaltige Felsenbucht mit ihren kleinen Steinhäusern.

Am Wochenende machen die Leute die noch ein Häuschen besitzen hier Urlaub vom Inselstress.

Grillen, angeln oder im Meer baden.

Ein herrlicher Fleck!

Eine weitere sehr coole Tour ist das durch wandern der "Schlucht der Todesängste", die Caldera de Taburiente/Barranco de Las Angustias.

Man fährt zum Parkplatz am Barranco de Las Angustias und dann mit einem Taxi nach Los Brecitos.

Kostet nicht wenig, aber wenn man früh vor Ort ist und etwas Glück hat, kann man sich die Taxifahrt mit anderen Wanderern teilen.

Wir hatten kein Glück und mussten die 50€ alleine bezahlen.

Von los Brecitos führt ein wunderschöner Pfad hinunter in die Schlucht und dann durch die Schlucht zum Parkplatz.

Erst durch schattigen Wald, über Holzbrücken und mit herrlichen Blicken in den Barranco und auf die Vulkangipfel der Insel.

Wenn man unten angekommen ist, geht es über große und kleine Steine und Felsen mitten durch das Bachbett.

Hier und da gibt es natürliche Wasserbecken zum abkühlen.

Falls es die Schlucht nicht zulässt weiter zu kommen, sind Umleitungen ausgeschildert und man geht etwas oberhalb immer weiter runter.

Ein echtes Abenteuer!

Diverse kleine Wanderungen wurden auch noch gemacht und unsere erste Begegnung mit dem Roque de los Muchachos hatten wir auch.

Das ist der höchste Gipfel der Insel und 2427m hoch.

Dort hin kommt man aber auch bequem mit dem Mietwagen, was aber wegen der kurvigen und teils schmalen Strecke auch ein kleines Abenteuer ist.

Wir waren mit dem Auto da und ein paar Tage später unter nahmen wir eine kleine Tour in der nähe des Gipfels.

Zum Pico de la Nieve.

Erst durch Wald der nach und nach immer spärlicher wurde.

Dann über schmale Bergpfade bis zum Gipfel.